Lida Tarakhosky


In Kiew, Ukraine geboren » In den 80er Jahren Studium an der Staatlichen Designschule, Kiew » 1978-1986 Studium an der Kunstakademie, Kiew » 1986 Arbeit in der keramischen Abteilung im Staatlichen Architekturinstitut, Kiew » 1987-1990 freischaffende Künstlerin, Kiew » seit 1986 Ausstellungen u.a. in Ukraine, Tschechische Republik, Deutschland, Frankreich, Österreich, Japan, USA » Ab 1990 Wohnort und Arbeit in Köln, Deutschland » Ab 2000 Wohnort und Arbeit in New York, USA » 2003 Studienassistentin an YWCA Craft Studien Leag in New York » Gastkünstlerin in der “Majolika” Keramik Manufaktur, Karlsruhe, Deutschland » Seit 2005 Atelier in Goetzenbruck, Frankreich


Der Lebensweg von Lida Tarakhovsky hat die Künstlerin bereits in vier Ländern Quartier nehmen lassen. Die eigenen Erfahrungen und die ihrer in der Welt verteilt lebenden Familie haben sie zu einem kosmopolitischen Verständnis geführt. Die unterschiedlichen Einflüsse aus der Ukraine, Deutschland, den USA und Frankreich, wo sie bisher lebte und arbeitete, aber auch jene von den nahen und fernen Reisen haben die Künstlerin zu einer poetischen Haltung in ihrer Kunst geführt. Ihre keramischen Werke sind feinsinnige, auch aus dem Gefäß kommende Gestaltungen sowie Figurationen. Diese präsentieren sich als Einzelstücke, große Gruppen und Installationen. Den Kunstwerken gibt Lida Tarakhovsky erzählerische Ausstrahlungen. In Folge der Einladung nach Triptis setze sie sich zum ersten Mal mit Porzellan auseinander. Ihr Arbeitsvorhaben für „Spielraum 122“ fand sie in der Beschäftigung mit dem für sie schönen, fragilen, teuren und für den Gebrauch bestens geeigneten Werkstoff. Sie entwickelte die Idee, kleinere und größere, kostbar anmutende Gefäße zu schaffen, die insbesondere die weibliche Lust am Schönen ansprechen. Ihre Vorstellung ging vom Bild eines Toilettentisches aus, der mit vielen Dosen bestückt ist. Die Formen für diese nahm sie aus der Natur. Steine mit einfachen Gestaltungen, die von Natur und Zeit geschliffen wurden, sind die Grundlage der Gussformen. Die flachen und hohen, runden und ovalen Dosen sind geschlossen schlicht und zurückhaltend. Geöffnet entdeckt man, dass sie im Inneren unterschiedliche Dekorationen bergen. Diese können als Geheimnisse gedeutet werden. Eben solche lassen sich auch real darin verstecken. Für ihre Schalen hat Lida Tarakhovsky Formen aus der Fabrik verwendet. Daran hat sie Restteile aus der Produktion garniert, mit Kobalt und Gold Akzente gesetzt und so wiederum individuelle, poetische Kreationen geschaffen.

 

Christine Dorothea Hölzig

Kuratorin der Spielräume 122 und 125


Ausgewählte Objekte

 
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