Lyn Riccardo


1955 in Plainfield, USA geboren » 1979 Erstes Diplom in Keramik (BFA), Alfred College of Ceramics, Alfred, NY » 1985 MFA (Meisterdiplom) Ceramics, Louisiana State University, Baton Rouge, Louisiana » 1985-1991 Atelier in Brooklyn, NY » 1987-1991 Dozentin, Parsons School of Design, NYC, NY » 1989 Koordinationsmitglied des Projekts „Spirit of Europe“ von Villeroy & Boch, Mettlach und der Parsons School of Design » Seit 1992 Atelier in Weiten » Seit 1993 Mitglied im Berufsverband Handwerk Kunst Design Saar e.V. » 1998 Designerin von „La Boule“ anlässlich des 250-jährigen Jubiläums von Villeroy & Boch, Mettlach


Die gebürtige Amerikanerin Lyn Riccardo ist keramisch arbeitende Künstlerin. Nach ihrer Studienzeit am Alfred College of Ceramic Art (New York) und der Louisiana State University gründete sie ihr eigenes Atelier in New York. Ab 1987 war sie auch als Dozentin tätig. 1991 zog sie nach Deutschland. Hier arbeitet sie freischaffend, wiederum mit eigener Werkstatt. In dem von ihr ausgewählten Teilnehmerspektrum für „Spielraum 122“ achtete sie auf kraftvolle und sich unterscheidende künstlerische Sprachen. Anders als ihre Mitstreiter kam sie mit einer konkreten Idee nach Triptis. Titel und Untertitel des Symposiums inspirierten sie zu ihrem Thema. Sie setzte sich spielerisch mit Teilen aus der industriellen Automobilherstellung auseinander. Weit hergeholt ist das Thema Radfelgen nicht, wenn man auf das Heimatbundesland der Künstlerin schaut. Das Saarland ist das drittgrößte Automobilzulieferzentrum Deutschlands. Lyn Riccardo brachte vorbereitete Gussformen mit, die sie auch unterschiedlich miteinander kombinieren konnte. Zudem fand sie Formen aus der Produktion, die sie nutzte. Damit stellte sie vor allem unterschiedliche „Felgen“ her. Ihr Ziel war, eine Installation zu schaffen, in welcher sich zwei gleich große Felder gegenüberstehen. Das eine ist mit einem Teppich mit Straßenverkehrsmuster unterlegt. Auf diesem stehen Porzellanobjekte, die weiß glänzend glasiert sowie mit Gold und Platin stellenweise akzentuiert sind. Sie wirken edel, in gewisser Weise technisch kühl. Ein Rasenteppich unterlegt das zweite Feld. Auf diesem stehen die gleichen Objekte, allerdings mit einer anderen Ausstrahlung. Die stellenweise pastellige Fassung stellt eine spielerische Anmutung her. Zum Gegenspiel gehört auch der Gedanke, dass die Einzelteile der Installation versetzt werden könnten. Die Herausforderungen, die die großen Formen an das Material Porzellan stellten, hat Lyn Riccardo bewältigt, ohne dass diese für den Betrachter spürbar sind.

 

Christine Dorothea Hölzig

Kuratorin der Spielräume 122 und 125


Ausgewählte Objekte

 
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