Anna Marszal


1989 in Ahlen geb. » 2010-2011 Erasmus Marmara University, Istanbul, Turkei » 2009-2012 University of Arts Poznan, Polen, Produkt Design » 2013 International „Designed by“ Designwettbewerb - 3. Platz für Türk Khavesi Porzellanset » 2012-2015 Universität der Künste Berlin, Produkt Design, BA » sammelte Erfahrungen bei diversen Ausstellungen, Messen & Workshops im In- und Ausland


Anna Marszal kam bewusst ohne vorbereitete Formen und gestalterische Zielsetzungen ins Symposium nach Triptis. Sie wollte aus dem klassischen Repertoire der Firma schöpfen und Fundstücken aus der Fabrik kreativ begegnen. Überall wurde die Designerin dazu fündig: im großen Gelände draußen, in den Hallen, in Regalen, in Ecken, auch in den Lagern. Neben Porzellanteilen füllte sich ihr Fundus auch mit alten Metall- und Maschinenteilen. Die Vorstellung von Anna Marszal zielte schon während ihres Sammelns auf das Zusammenfügen der einzelnen Dinge zu neuen Figuren. Dafür bohrte sie in die einzelnen Schalen, Teller, Becher usw. mittig Löcher hinein. So konnten dann Porzellanstücke und Maschinenteile auf einer Mittelachse, als Rückgrat der Kompositionen, übereinander „aufgefädelt“ werden. Den Fundstücken fügte Anna Marszal auch eigene in Porzellan gefertigte Stücke hinzu. Die Künstlerin hat auf diese Weise drei Plastiken mit figurativem Charakter gefertigt, die als Gruppe korrespondieren, im Einzelnen aber unterschiedliche, individuelle Wesenszüge ausstrahlen. So erfahren nun Geschirrteile und andere Dinge, deren eigentliche Bestimmung negiert wurde, neue Strahlkraft und Wirkmöglichkeit. Neuinterpretiert hat die Berlinerin auch die alte Fabrikform des Hasen. In zwei Werkgruppen, in denen die Tierkörper jeweils modifizierte Teile erhalten haben, stemmt sich Anna Marszal gegen die Vorstellung des niedlichen (Oster-)Hasen. Schon im Titel lässt die Künstlerin die bunt Verzierten verkünden „I`m not cute_I`m sexy“. Und der genaue Blick verrät, wie die Biester locken. Vielleicht nur, um dann „Piss off“ zu sagen. Gestylt mit Tattoos und Stinkefinger gegen das Klischee des niedlichen Häsleins sich erhebend. Neben der Kombination und Bearbeitung unterschiedlicher Figurteile überzeugt in den kleinen Gruppen auch der virtuose Umgang mit den Mustern alter Schiebebilder.

 

Christine Dorothea Hölzig

Kuratorin der Spielräume 122 und 125


Ausgewählte Objekte

 
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