Lena Hensel


1980 in Berlin geb. » 2000 – 2001 Praktikum im Atelier des Bildhauers Rainer Fest (Glashütte) » 2001- 2004 Akademie der bildenden Künste Nürnberg, Bildhauerei » 2003-2007 Akademie der Künste Krakau, Bildhauerei (Diplom) » 2008 – 2015 Arbeit als freischaffende Künstlerin - Mitgründung des Designstudios Drache&Bär in Berlin » seit Oktober 2015 Masterstudium Keramik- und Glasdesign an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein Halle/Saale


Lena Hensel kommt aus der freien Kunst. Nach Studien in Nürnberg und Krakau arbeitete sie in Berlin im eigenen Studio, gemeinsam mit einem Kollegen. In ihrer Arbeit interessieren sie Überschneidungen der Bereiche Design, Handwerk und Kunst. Das Masterstudium gibt ihr nun die Freiheit, sich dem Material forschend und konkret gestalterisch zu stellen. Ihr Interesse am Symposium „Spielraum“ entsprang der gleichen Motivation. Der Titel des Workshops stand paradigmatisch für sie. Die Künstlerin betonte ihre Lust auf den freien Umgang mit den Gestaltungspolen Objekt und Dekoration. Sowohl das Spiel der Formen als auch jenes von Farbmustergestaltungen ließ sie zu. Die Überlegungen, zu denen Lena Hensel Einzelstücke, aber vor allem Objektgruppen ausführte, sind nachvollziehbar: Welchen Einfluss nehmen die Dekore? Was bewirken Muster und Ornamente, wie beeinflussen sie die Präsenz und in welcher Kombination die Erzählkraft der Dinge? So sind - zum Beispiel - in der Installation „Im Königreich der einfachen Antworten“ eigene Formen und solche aus dem Fabrikarchiv miteinander kombiniert. Die wenigen schwarzen Akzente sowie das Gruppenarrangement bestimmen die Ausstrahlung - die eines Figurenspieles, das dem Betrachter irgendwie bekannt vorkommt. In der Arbeit „Prophet“ fügt Lena Hensel eine Vase, die sie aus einer eigenen Form goss, mit einem Eisvogel zusammen. Dessen Form stammt aus der Fabrik und wurde vom Triptiser Modelleur Jörg Kubusch gefertigt. Formal verlässt sie mit dieser Kombination den Bereich der einfachen Gefäßgestaltung. Vorbilder solcher narrativen Zusammenfügungen finden sich allerdings in repräsentativen Tafelaufsätzen fürstlicher Prunkgeschirre. Aber Lena Hensel bricht den Prunk nicht nur mittels ihrer schlichten Form, sondern auch mit einem einzigen zeichnerisch hinzugefügten Strich auf dem Vasenkörper - frech und witzig. Dessen Deutung steht jedermann frei.

 

Christine Dorothea Hölzig

Kuratorin der Spielräume 122 und 125


Ausgewählte Objekte

 
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